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HIGH PERFORMANCE / 2015/16
die Eröffnungsausstellung der Kunsthalle arlberg1800
section.a: Kuratorin und Projektmanagement

HIGH PERFORMANCE stellt die räumlichen Dimensionen und Qualitäten der neu entstandenen Kunsthalle arlberg1800 in den Vordergrund und lässt die Architektur selbst zum Ausstellungsobjekt werden. Die ausgewählten künstlerischen Positionen stehen stellvertretend für die inhaltliche Ausrichtung der neuen Kunstinstitution, deren programmatischer Kernpunkt die Konzentration auf eine zeitgenössische Kunstproduktion ist, die spezifisch für den Ort und den Raum konzipierte Arbeiten fördert. Darüber hinaus ermöglicht die Verbindung mit dem angrenzenden Konzertsaal den Dialog von Musik und bildender Kunst, der auch in einzelnen ausgestellten Werken zu tragen kommt.

Marlene Hausegger, All that is solid, 2015
Installation aus Alurohren, Spinnakerseide, Farbe, 250 x 250 x 250 cm

Marlene Hauseggers Installation im Außenraum fungiert als Sinnbild für den Ort selbst. Sie nimmt sowohl auf die Idee des White Cube als idealer Ausstellungsraum als auch auf die besondere Höhenlage der Kunsthalle Bezug.

Markus Schinwald, Korinna, 2011
Marionette aus Holz, Motor, Stoff, 175 x 40 x 60 cm

Gleich einer Figur, die Betrachter_innen in die Bildkomposition führt, tritt Markus Schinwalds Marionette mit den Ausstellungsbesucher_innen in Dialog. In ihrer theatralen Inszenierung löst sie gleichermaßen Faszination wie Unbehagen aus.

Constantin Luser, Bandoneon-Intensivstation, 2013
Installation aus Edelstahlkonstruktion, Bandoneons, 250 x 250 x 250 cm

Constantin Luser lädt die Besucher_innen ein, seine Bandoneon-Intensivstation zu benutzen. Die skulpturale Musikinstallation verwandelt sich so in einen mehrstimmigen Klangkörper.

Gregor Graf, Pianoforte, 2014
Skulptur aus Klavierfragmenten (Holz, Lack, Messing), Gips, Lautsprecher, 80 x 77 x 41,5 cm
Tonspur: Stimmen eines Flügels, Loop

Gregor Graf verwandelt für seine Skulptur Teile eines Klaviers in ein tischartiges Möbelstück und den Resonanzraum des Instruments in einen Referenzraum für seine eigenen Kindheitserinnerungen.

Julia Hohenwarter, Cherry, Sierra, Cedar, 2015
Installation aus Leinwand, Pigment, Wasserglas, Vierteilig, 100 x 200 x 10 cm
 
Mit ihrer räumlichen Installation schafft Julia Hohenwarter eine Dialogsituation zwischen Ausstellungsraum und Besucher_innen und thematisiert zugleich das Potenzial des Mediums der Malerei, das dieser architektonischen Struktur zugrunde liegt.

Maria Anwander, The Kiss (MoMA), 2010
Performance, Wandlabel, Video HD 16:9, 3 min 13 sec, Farbe, Ton, Kamera: Ruben Aubrecht , Dokumentationsfoto: Christian Anwander
Courtesy die Künstlerin und Galerie Steve Turner, Los Angeles

Maria Anwander macht sich mit ihrer Kuss-Performance zum Teil der Sammlung des renommierten Museum of Modern Art (MoMA) in New York und unterwandert so humorvoll das Regelwerk des Kunstbetriebs.

Ovidiu Anton, Bitte betreten, 2006/2015
Installation aus 25 Holzpodesten, weiß gestrichen, Leiter, Videoscreen, Videokamera, Dimensionen variabel
Courtesy der Künstler und Galerie Christine König, Wien

Ovidiu Anton hinterfragt das Verhältnis von Kunst, Präsentation und Institution, indem er die Besucher_innen selbst zum Ausstellungsobjekt werden lässt.

Clara Oppel, BE ONE, 2013
Klangobjekt/Lautgedicht aus 103 Lautsprechern, 58 x 320 cm

BE ONE bewegt sich im Grenzfeld von Klang, Raum und Skulptur. Zu hören sind Aphorismen und Redensarten, die durch Fragmentierung Platz für neue assoziative Bedeutungen schaffen.

Sonia Leimer, Platzhalter, 2013/2015
Skulpturen aus Stahlformrohr, Beton, Asphalt
Courtesy die Künstlerin und Galerie Nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder, Wien

Die Skulpturen von Sonia Leimer erinnern an ordnende Elemente aus dem öffentlichen Raum. Im Zusammenhang der Ausstellung sind sie ihrer zurechtweisenden Funktion enthoben und als figurale Raumzeichnungen lesbar.

Eva Beierheimer, Punctum Archimedis, 2015
Raumzeichnung aus Vinylfolie, Dimensionen variabel

Eva Beierheimer nimmt in ihrer für die Ausstellung entwickelten Raumzeichnung Bezug auf die umliegende Gebirgslandschaft und lässt diese als grafische Komposition mit den Treppenabsätzen verschmelzen.

Alfredo Barsuglia, Fallbeispiel, 2015
Baumstamm, Lack, Fotografie auf Barytpapier (39 x 49 cm), Holzpodest, Garn, Performer

In der installativen wie performativen Arbeit geht Alfredo Barsuglia dem Beziehungsverhältnis von Natur und Mensch nach und reflektiert den gesellschaftlichen Stellenwert von Kunst.

Markus Sulzbacher, Rampe, 2015
Performative Installation, Holz, Metall, Collage, Found Footage, Blattgold, Buntstift, Papier, Videodokumentation

In der für die Ausstellung konzipierten Arbeit lotet Markus Sulzbacher die Verhältnisse von menschlichen, körperlichen und räumlichen Dimensionen anhand eines festgesetzten Bewegungsablaufs aus und findet so zu seiner künstlerischen Form im Raum.

Mahony, Observed fall, 2010
Serie von 22 Bildern, gerahmt, Tintenstrahldruck, je 22 x 33 cm

Mahony, Lone wonderer, 2010/2015
Installation aus Stahldraht, Wunderkerzen, Dimensionen variabel

Mahony stellt die Spur eines Meteoriteneinschlags aus dem Jahr 1938 im Ausstellungsraum nach Angaben einer mündlichen Überlieferung nach und befragt damit die Gegensätze zwischen wissenschaftlicher Methodik und subjektiver Wahrnehmung.

Eva Schlegel, No man’s heaven, 2014
Projektion auf Rotor, Video, 8 min 3 sec
Courtesy die Künstlerin und  Galerie Krinzinger, Wien

Die Videoinstallation versucht die schmale Grenze zwischen Fliegen und Fallen einzufangen – ein Motiv, das Eva Schlegel auch als Metapher für die Grenzwanderung zwischen Gelingen und Scheitern versteht.

DANKE!

Auftraggeber: Florian Werner / arlberg1800 RESORT
Künstler_innen: Ovidiu Anton, Maria Anwander, Alfredo Barsuglia, Eva Beierheimer, Gregor Graf, Marlene Hausegger, Julia Hohenwarter, Sonia Leimer, Constantin Luser, Mahony, Clara Oppel, Markus Schinwald, Eva Schlegel, Markus Sulzbacher
Aufbau: SlowWorks Kunstservice e.U.
Grafik: section.d
Fotograf: Philipp Schuster
Presse: Goldmann Public Relations
Ausstellung: Kunsthalle arlberg1800 / 21. November 2015 bis 17. April 2016

© Fotos: Philipp Schuster und Künstler_innen