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HERMANN NITSCH: UNTER DEN BERGEN 
eine Werkschau aus Schüttbildern und Grafiken
section.a: Kuratorin und Projektmanagement

Hermann Nitsch zählt zu den wichtigsten Vertretern des Wiener Aktionismus. Seit jeher sind
 sein Leben und seine Kunst untrennbar miteinander verbunden, genauso wie das Orgien Mysterien Theater mit Hermann Nitsch als Person. Seine bis heute 150 Spiele des Orgien Mysterien Theaters bilden seine philosophisch-theoretische Grundhaltung einer synästhetischen Denkschule ab. Dafür verknüpft er Zeichnung, Grafik, Aktionsmalerei, Schüttbilder und Fotografie mit Performance, Installation, Musik und Texten zu einem multisensorischen, mystischen Gesamterlebnis. Bereits Mitte der 1960er-Jahre beginnt Nitsch, Räume zu entwerfen, in denen sich seine Aktionen idealerweise ereignen. Aufgrund der Unzulässigkeit gebauter Strukturen denkt er dabei an unterirdische Erdhöhlen und Grabkammern, aber auch an den metaphorischen Raum des lichtlosen Mutterleibs. Der Abstieg in unbewusste Bereiche der menschlichen Wahrnehmung, den er während seiner Aktionen anstrebt, findet darin seine räumliche Entsprechung, so auch – sinnbildlich gesehen – in der unterirdischen Lage von der Kunsthalle arlberg1800.

In drei Teilbereichen nähert sich die Ausstellung Hermann Nitsch: Unter den Bergen dem ganzheitlichen Anspruch seines Schaffens: "das Orgien Mysterien Theater und seine Architektur" im Project-Space, "Schüttbilder" in der Kathedrale und "die Symbiose der Disziplinen – Elemente der Malaktionen und Grafik" im Foyer dazwischen. Den Abschluss bildet eine Uraufführung einer Komposition von Nitsch für Kammermusik in der Karwoche 2018.


Ausstellungsansicht mit Bodenschüttbildern aus den Jahren 1987 und 2006
sowie der Installation aus Schüttbildern mit Malhemden und Relikttragbahren

Hermann Nitsch
Levitikus, 2010
12 Terragrafien auf Leinwand

Detail aus: Faltplan 3 aus Mappe IV Die Architektur des Orgien Mysterien Theaters, 1984-89
Algrafie und Lithografie



Auftraggeber: Florian Werner / arlberg1800 RESORT
Künstler: Hermann Nitsch
Courtesy aller Werke: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman Innsbruck/Wien 
Grafik: Max Haupt-Stummer / section.d
Aufbau und Transport: Kunsttrans

Presse- und Medienarbeit: Goldmann Public Relations
Mit freundlicher Unterstützung der Nitsch Foundation 
Ausstellung: Kunsthalle arlberg1800 Saison 2017/18
Uraufführung einer Komposition für Kammermusik
von Hermann Nitsch in der Karwoche 2018


© Fotos: Philipp Schuster